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Intervallfasten: Unsere Mitarbeiterin im Selbstversuch

Das Intervallfast ist momentan stark im Trend. Angeblich hat es alle möglichen tollen Auswirkungen auf unser Gewicht, unsere Gesundheit und dient außerdem der Prävention von Krankheiten. Artikel über die verschiedenen Methoden und Studienergebnisse gibt es mittlerweile im Überfluss. Einen sehr detaillierten Berich finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Wir dachten uns nach der Recherche: Wissenschaft schön und gut, wir probieren das selbst. Also startete unsere Mitarbeiterin Laura vor 30 Wochen den Selbstversuch. Über ihre Erfahrungen spricht sie mit mir im Interview.

Warum hast du angefangen?

Im Großen und Ganzen fühle ich mich in meiner Haut ganz wohl, aber ich war einfach nicht 100% zufrieden mit mir. Zufällig bin dann auf einen Artikel von Eckhart von Hirschhausen gestolpert. Er hat das Intervallfasten ausprobiert, sich damit wohl gefühlt und es empfohlen. Ich habe vorher schon andere Ernährungsformen zum abnehmen ausprobiert, das war aber alles langfristig nicht so erfolgreich. Ich brauche zwischendurch einfach was Süßes und sich das dauerhaft zu verbieten - dafür ist das Leben doch irgendwie zu wertvoll. Also dachte ich, was soll’s?

Welche Methode hast du gewählt?

Ich habe die 16:8 Methode gewählt. Es schien mir, als könnte ich das am einfachsten in meinen Alltag integrieren. Ich habe einen klassischen 9 to 5 Bürojob, also feste Strukturen und wenig körperliche Belastung. (Die Methoden und eine Checkliste verlinken wir unten).

Was war schwierig?

Am Anfang war es schon schwierig, die lange Pause auszuhalten. Man ist ja auf ein anderes Muster getrimmt. Ich hatte morgens “Gewohnheitshunger”. Der meldet sich am Anfang teilweise heftig. In solchen Fällen hilft viel Wasser oder ungesüßter Tee. Wenn man in dem Rhythmus drin ist, stellt das aber kein Problem mehr dar. Schwierig ist es jetzt, wenn ich mal aussetze und dann Zeiten verschieben muss. Wenn ich also aus dem Rhythmus komme.

Was hat sich verändert?

Komischerweise bin ich jetzt ruhiger und gelassener. Ich neige weniger zur Ungeduld. Das hätte ich nicht erwartet. Zudem habe ich Hypermobilität (eine ungesund gesteigerte Flexibilität der Gelenke). Nach einiger Zeit sind meine Entzündungswerte gesunken und ich habe weniger Schmerzen. Auch mein Blutdruck ist niedriger. Viele Dinge, egal ob im Job oder privat, gehe ich einfach gelassener und entspannter an - ich schlafe auch besser und erholsamer.

Und das Gewicht?

Abgenommen habe ich auch, wenn auch langsam. Auf die Waage habe ich mich bewusst nicht gestellt, aber nach ca. 8 Wochen merkte ich es sehr an meinen Klamotten. Ich passe jetzt wieder in meine alte Jeans.

Wie sieht's aus in Punkto Jojo-Effekt?

Nach einer gewissen Zeit war erstmal Stillstand, wie bei jeder Diät. Allerdings esse ich durch die Umstellung dauerhaft unbewusst weniger. Man sollte bewusst bis zur Sättigung essen und auch nicht panisch denken, “oh nein, in zwei Stunden darf ich nichts mehr essen und muss jetzt noch richtig reinhauen”. Ich komme jetzt nicht mehr großartig dazu, mehr zu essen, als nötig. Daher ist bisher noch kein Jojo-Effekt aufgetreten - auch nach vier Monaten. Es ist eine neue Gewohnheit und weil wir alle ein Gewohnheitstier sind, bleibt das Gewicht glaube ich auch noch lange so.

Wem würdest du das Intervallfasten empfehlen?

Grundsätzlich erstmal jedem, der gesund ist und der sich nicht spezifischen Ernährungsdogmen unterwerfen will. Jedem, dem es wichtig ist, keine Verbote zu haben. Natürlich kann man eine begrenzte Zeit zum Essen auch als Dogma auffassen, aber das ist für mich eher ein neuer Lebensstil. Und auch keiner, den ich mir aufzwinge, wenn es gerade so gar nicht in meine Freizeitplanung passt. Jeder gesunde Mensch, der bereit ist, alte Gewohnheiten abzustreifen, kann es ausprobieren. Schaden wird es bestimmt nicht.

 

-> Welche ist die richtige Methode für mich?

Hier finden Sie eine Checkliste, die Ihnen die verschiedenen Typen kurz zusammenfasst und Ihnen bei der Orientierung hilft.